Ruhestand wird zur aktiven Lebensphase

16.05.22, 04:28
D.Staudt
ZWAR-Gruppe (c) Pixabay

Neue ZWAR-Gruppe in Sankt Augustin lädt zum Mitgestalten ein

 

Die Treffen für Menschen, die im Renten(eintritts)alter gemeinsam mit anderen Freizeit gestalten worden, finden alle 14 Tage montags von 18 bis 20 Uhr im katholischen Pfarrheim, Marienkirchstraße 8, in Sankt Augustin-Ort statt. Nächster Termin ist am Montag, 13. Juni 2022.

SANKT AUGUSTIN. „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ – kurz ZWAR: So nennen sich Gruppen in zahlreichen Kommunen der Region, die selbstbestimmt und ohne jede Bürokratie Zeit aktiv gestalten. Auch in Sankt Augustin wird eine neue ZWAR-Gruppe entstehen. 

Bereits von der Stadt Sankt Augustin zur Teilnahme eingeladen sind mehr als 2500 Bürgerinnen und Bürger zwischen 58 und 68 Jahren aus den Stadtteilen Ort und Hangelar. Mitmachen können jedoch – unabhängig von Alter, Wohnort oder Konfession- alle, die sich von der Idee angesprochen fühlen. Die Teilnahme ist kostenlos und unverbindlich. 

„Zwischen Arbeit und Ruhestand“, das ist eigentlich die Angabe für eine Zeitspanne, die es gar nicht gibt. Und doch fühlt es sich für die Endfünfziger oder Mittsechziger, die sich auf einen neuen Lebensabschnitt vorbereiten und deren gewohnte Tagesstruktur oft sehr plötzlich zu großen Teilen wegfällt, so an: Der Übergang in die Renten- oder Pensionärs-Zeit ist nicht immer einfach.

„Gerade während der Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig die ZWAR-Netzwerke für viele Mitglieder waren, um nicht zu vereinsamen“, so Claudia Gabriel vom Caritasverband Rhein-Sieg e.V. Sie wird die neue Sankt Augustiner Gruppe im ersten Jahr beim Aufbau begleiten. Bewusst bieten die Initiatoren – die Stadt Sankt Augustin unter Schirmherrschaft von Dr Max Leitterstorf, der Caritasverband sowie der Katholische Seelsorgebereich Sankt Augustin – kein vorgefertigtes Programm an, sondern unterstützen die Teilnehmenden dabei, sich kennenzulernen, gemeinsame Interessen und Themen zu finden sowie die ersten Treffen zu organisieren. Möglich sind Fahrradtouren ebenso wie Klönabende, Theater- oder Kinobesuche, gemeinsame Feste und mannigfaltige andere Aktivitäten.

 

Das ZWAR-Konzept entstand Ende der 70er Jahre an der Universität Dortmund vor dem Hintergrund der Großen Zechen- und Hüttenstilllegungen, bei der Tausende Arbeitnehmer mit 50 Jahren oder jünger freigesetzt wurden. Mittlerweile gibt es in ganz Nordrhein-Westfalen über 300 ZWAR-Gruppen in über 80 Kommunen, vom Ruhrgebiet bis in die Eifel. 2003 wurde in Hennef die erste ZWAR-Gruppe unter Beteiligung des Caritasverbandes im Rhein-Sieg-Kreis gegründet- weitere Gruppen in Lohmar, Rheinbach, Bad Honnef, Hennef, Sankt Augustin, Much, Siegburg, und Königswinter folgten.