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Vielfalt. viel wert.

Vorurteile abbauen und Potentiale nutzen

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…dunkelhäutig, single, religiös, mit Handicap, homosexuell, weiß…

„vielfalt. viel wert.“ – das ist das Motto einer Caritas-Kampagne, die die Vielfalt der Gesellschaft nicht nur hinnehmen möchte, sondern sie wertschätzt und lebt.

Durch vielseitige Projekte im gesamten Rhein-Sieg-Kreis und mit unterschiedlichen Akteuren und Aktionen in den Bereichen Kunst und Kultur sollen Menschen miteinander ins Gespräch kommen und aktiv werden, um Vorurteile abzubauen und Potentiale zu nutzen.

Die Kampagne wurde vom Diözesancaritasverband in Köln ins Leben gerufen und ist mittlerweile in acht Caritasverbänden mit verschiedenen Projekten vertreten. Seit April 2016 gibt es das Projekt „vielfalt. viel wert“ auch bei der Caritas im Rhein-Sieg-Kreis.

Sie haben Ideen zum Thema Vielfalt, möchten Begegnungen schaffen oder Projekte in die Tat umsetzen? Sie sind auf der Suche nach Kooperationspartnern?

Kommen Sie gerne auf mich zu!

Kind in Balance (c) istock/Slava Olschweskaya

„Upcycling“, das ist ein modernes Wort für eine uralte Idee. In der Nachkriegsnot ribbelten unsere Großeltern Herrenpullovern auf und strickten aus der gebrauchten Wolle Kindermützchen oder werkelten aus Soldatenhelmen Kochsiebe. Heute ist es oft nicht der Mangel, der die neue Begeisterung für das Upcycling erklärt. Es ist der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit, nach einem Gegengewicht zur Wegwerf- und Überflussgesellschaft. Dazu kommt die pure Freude an der Kreativität, die aus jedem Werkstück ein Unikat macht. Mit „Zauberwerk“ soll noch eine weitere Facette hinzugefügt werden: Caritas und SKM wollen einen Raum schaffen, in dem Integration ganz beiläufig und selbstverständlich geschehen kann.Zugewanderte Menschen, zum Beispiel aus der nahen Flüchtlingsunterkunft in der Siegburger Nordstadt ebenso wie alle Anwohnerinnen und Anwohner im Quartier rund um die Annokirche sind herzlich eingeladen.

„Zauberwerk“ beginnt an Nähmaschinen und unter Anleitung der erfahrenen Schneiderin Anastasiya Yablonsky an jedem Mittwoch, 15 bis 18 Uhr im Marienheim in der Siegburger Bambergstraße 39. Ein Ausbau zur Arbeit mit anderen Werkstoffen ist angedacht.

Schwarz ist der Ozean (c) Staudt

Was haben volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit der Geschichte von Kolonialismus und Sklavenhandel zu tun? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Ausstellung des Eine Welt Netz NRW, welche unter dem Titel "Schwarz ist der Ozean" mit Beginn der Interkulturellen Woche 2019 für zwei Wochen im Rathaus in Hennef zu Gast war. Eröffnet wurde die Ausstellung gemeinsam mit dem Fachpromoter Serge Palasie, welcher in seinen Ausführungen einen weiten Bogen von den aktuellen Fluchtbewegungen bis zur Geschichte Europas und Afrikas der letzten 500 Jahre schlug. 

Als Rahmenprogramm zur Ausstellung wurden bei einer Lesung des Romans „Die Suchenden“ die Gefühle und Herausforderungen, die mit einer Flucht einhergehen, thematisiert. Inspiriert von seinem eigenen Hintergrund lieferte der Autor Rodrigue Péguy Takou Ndie  aus Kamerun einen Einblick in das Asylsystem in Deutschland. 

Bei einem Vortrag von Kurt Schiwy in der Begegnungsstätte „Interkult“ in Hennef wurde zudem das Thema Seenotrettung in den Fokus gerückt. Er war Ende 2017 als Techniker Teil der Crew der Sea-Watch und später der Life Line und hat nicht nur etwas über die Fluchtursachen erzählt, sondern auch von seiner Arbeit auf den Rettungsschiffen berichtet und die Erzählungen mit eindrucksvollen Fotos untermauert. 

„Hier kann einfach jeder Mensch so sein, wie er möchte, solange die Würde des anderen bewahrt bleibt“, sagt ein 37-Jähriger aus Nigeria. Es ist einer von vielen Sätzen, die zeigen: Man muss nicht in Bornheim geboren sein, um im Vorgebirge eine neue Heimat zu finden. Die Ausstellung „Die Welt hat viele Gesichter – Starke Menschen in Bornheim“ zeigt Bilder und Statements von zehn Menschen aus Bornheim. Sie  alle haben einen Migrationshintergrund, sie alle aber leben heute mit einem guten Gefühl in Bornheim. „Ich habe hier viele Freunde und Bekannte und das erste Mal erlebe ich richtigen Frieden“, sagt da etwa Inam aus Pakistan. 

Diese Menschen hat Engelbert Reineke, ehemals Fotograf der Bundesregierung (sein wohl berühmtestes Bild zeigt den Kniefall von Willy Brandt in Warschau), mit großem Einfühlungsvermögen porträtiert. 

Zurzeit entbrennen innerhalb der Gesellschaft hitzige  Diskussionen über das Thema Migration, die häufig den Blick auf den einzelnen Menschen, seine Geschichte und Individualität verlieren. Diesen Blick wollen wir wieder schärfen. Wir denken in dieser Ausstellung nicht in Defiziten, sondern wir zeigen Menschen so, wie sie sind, wie sie denken und fühlen. Menschen, die in unserer Mitte in Bornheim leben und mit ihren Stärken und Fähigkeiten zu einer gelingenden vielfältigen Gesellschaft beitragen. 

Gefördert wurde diese Ausstellung auch von der Stadt Bornheim. Sie spiegelt auch einen großen Teil ihrer Einwohnerschaft: Fast zehn Prozent der heutigen Bornheimen stammen aus 117 anderen  Nationen. 

bubales (c) Staudt

Jüdisches Puppentheater „bubales“

Mehr (kulturelle) Vielfalt an einem Abend geht kaum: ein Puppentheater mit jüdischen Protagonisten in Deutsch-Arabischer Sprache. Für Alle Altersklassen ab 6 Jahren. Mit Fluchtgeschichte oder ohne. Für Familien, Kinder und Erwachsene ohne Kinder – das Publikum im Marienheim in Siegburg war bunt gemischt.  

Gemeinsam mit dem SKM Siegburg wurde das einzige jüdische Puppentheater Deutschland „bubales“ aus Berlin im September 2019 nach Siegburg eingeladen. Das Stück „Isaak und der Elefant Abul-Abbas“ bot die Möglichkeit, im Rahmen eines gemeinsamen fröhlichen Abends Vorurteile abzubauen. Die Interkulturalität sowie das Thema Fluchterfahrungen werden auch im Stück verarbeitet: Der jüdische Kaufmann Isaak und der Elefant Abul-Abbas begeben sich auf eine lange Reise nach Deutschland, bei der nicht klar ist, was sie dort erwarten wird. 

Ihr Kontakt

Dumke, Alisa.klein

Alisa Dumke

Wilhelmstraße 155-157
53721 Siegburg